Employer-Branding mit dem Mission-Ansatz

Unterhält man sich mit Führungskräften aus dem Dritten Sektor, gibt es heute schnell ein Thema, das wir aus einigen Branchen der Wirtschaft schon länger kennen: Es fehlt an geeignetem Nachwuchs, der gut ausgebildet und qualifiziert ist. Manchmal bieten Unternehmen die besseren Chancen und Gehälter, manchmal scheinen Social Start-ups mit ihren Freiheiten die „besseren“ Arbeitgeber.

Es fehlen Fachkräfte

Es gilt: Auch für Nonprofit-Organisationen und Sozialunternehmen wird es in einigen Sektoren des Dritten Sektors immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. In einigen Bereichen – wie bei Pflegekräften und Erziehern – ist der Arbeitsmarkt wie leergefegt. Aber es fällt einigen auch schon schwer gut ausgebildete Führungskräfte zu finden.

Reicht bessere Bezahlung aus?

Auf eine solche Situation kann man auf verschiedener Weise reagieren: Bessere Bezahlung und damit höhere Löhne sind sicherlich ein wichtiges Moment. Aber reicht dies aus? Da die neuesten Schätzungen der Demoskopen davon ausgehen, dass trotz Zuwanderung in den nächsten 20 Jahren die Bevölkerung in Deutschland schrumpfen wird, wird es wohl weiterhin schwierig bleiben, gut ausgebildeten und engagierten Nachwuchs zu finden.

Die Mission hilft bei Rekrutierung und Bindung

Der Mission-Ansatz im Nonprofit-Management bietet darüber hinausgehend einige weitere Möglichkeit, neue Mitarbeiter/innen zu finden und dauerhaft zu binden. Denn der Mission-Ansatz vereint zwei Vorteile, die gerade für jüngere Generationen wichtiger werden:

  • Das Mission-Statement erklärt, warum die Organisation oder das Unternehmen aktiv ist und was es erreichen will. Dies basiert auf Werten und Normen, die nicht nur behauptet werden, sondern quasi in die DNA der Organisation bzw. des Unternehmens eingeschrieben sind. Das ermöglicht in der eigenen Arbeit einen Sinn zu sehen, was insbesondere jüngeren Menschen ein zentrales Anliegen ist.
  • Ist die Mission nicht nur ein Stück Papier, sondern wird tatsächlich gelebt, erfahren sich alle Mitarbeiter/innen als Teil in einer Organisation oder einem Unternehmen, das ein Ziel verfolgt. Dies ermöglicht Koordination von eigenen Handlungen und das Erleben von Gemeinsamkeiten.

So kann der Mission-Ansatz etwas vermitteln, was häufig in der Arbeitswelt – auch bei Organisationen, Sozialunternehmen und Stiftungen – vermisst wird: Arbeit wird mit einem Sinn ausgestattet, der es attraktiv macht, sich genau für diesen Arbeitgeber zu entscheiden.

Schreckt die Mission Bewerber/innen ab?

Eine der am häufigsten gehörten Befürchtungen ist: Schränken wir mit unserer Mission die Auswahl möglicher Bewerber nicht zu schnell ein? Was passiert, wenn interessante Bewerber/innen nicht kommen, weil Sie unsere Mission nicht unterstützen?

Häufig ist diese Frage unbegründet: Obwohl es der Intuition widerspricht, haben Organisationen, Stiftungen und Unternehmen mit einer starken Mission einen Vorteil auf dem Bewerbermarkt. Sie sind stärker profiliert, weniger austauschbar und können deshalb potenzielle Bewerber/innen einfacher ansprechen. Hinzu kommt: Bewerber/innen wissen, worauf sie sich einlassen. Und diejenigen, die sich bewerben, müssen nicht alle Ihre Mission teilen, aber sie akzeptieren und zur Basis ihres professionellen Handelns machen. Das ist viel einfacher, wenn allen klar ist, worin die Mission besteht.

Die gesellschaftliche Mission ist der Kern Ihrer Marke

Am Ende gilt auch beim Employer-Branding, was für soziale Marken allgemein gilt: Die gesellschaftliche Mission ist gleichzeitig der Markenkern und damit das Zentrum Ihrer Marke. Um diese herum legen sich Themenfelder, Narrationen und Wirkungsversprechen. Erst in einem weiteren Kreis um den Kern herum geht es um Bilder, Texte und grafische Elemente. Wer also meint, er könne mit netten Bildern ein Employer-Branding aufbauen, könnte auch zu kurz springen.

 

Kai Fischer beschäftigt sich seit 10 Jahren mit dem Mission-Ansatz als Management-Instrument für Nonprofit-Organisationen und Unternehmen. Gemeinsam mit Katrin Jutzi erarbeitet er mit seinen Kunden Mission-Statements als Basis für verschiedene Management-Prozesse und der externen Kommunikation. Mehr erfahren Sie hier …

 

Stephanie Harm & Dr. Kai Fischer

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